Nach dem großen Erfolg des „Lebendigen Mittelalters“ im Sommer, das bei strahlendem Wetter zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf den Burgstein in Lichtenstein-Holzelfingen lockte, folgt nun der nächste Schritt in die Vergangenheit:
Am Wochenende des 24. und 25. Oktober 2026 verwandelt sich die Johanneskirche in Lichtenstein-Unterhausen in einen Ort mittelalterlicher Musik und lebendiger Geschichtsdarstellung. Stand im Sommer noch das Lagerleben und Handwerk des 13. Jahrhunderts im Mittelpunkt, rückt diesmal ein ganz neuer Aspekt der Epoche in den Fokus: Erstmals steht die Musik des Mittelalters im Zentrum des Programms, und statt der leichteren Ausrüstung des 13. Jahrhunderts sind nun Ritter in schwerer Metallrüstung des Spätmittelalters zu erleben.
Highlight: Konzert des Ensembles „minnesangs fruehling“
Das musikalische Herzstück des Wochenendes ist zweifellos das Konzert des Ensembles „minnesangs fruehling“ am Samstag, 24. Oktober, um 19 Uhr. Seit sich das Ensemble im Jahr 2002 um Knud Seckel formierte, begeistert es sein Publikum mit einer historisch fundierten und zugleich mitreißend lebendigen Interpretation mittelalterlicher Musik – von Minneliedern über Trobadorlyrik bis zur Tanzmusik der Stauferzeit. Wer dieses Klangerlebnis nicht verpassen möchte, sichert sich am besten frühzeitig Karten im Vorverkauf für 10 € (Abendkasse: 12 €) – erhältlich im Rathaus Lichtenstein, im Ortsamt Honau & Holzelfingen, in der Bücherei Unterhausen oder per E-Mail an kultur@gemeinde-lichtenstein.de.
Gregorianische Gesänge zum Sonntagvormittag
Am Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr setzt sich der musikalische Bogen in einem ökumenischen Gottesdienst fort: Die Schola Cantorum der Universität Tübingen bringt unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Johannes Morent den Gregorianischen Choral zu Gehör – jenen einstimmigen, lateinischen liturgischen Gesang, dessen Wurzeln bis in die ältesten notierten Schriften des 10. Jahrhunderts zurückreichen.
Living-History-Lager: Diesmal auch das 14. Jahrhundert – mit Rittern in voller Metallrüstung
Parallel zum musikalischen Programm entsteht rund um die Johanneskirche erneut ein Stück gelebte Geschichte – diesmal jedoch mit einem neuen Schwerpunkt. Während im Sommer in Holzelfingen das 13. Jahrhundert im Zentrum stand, blicken Darstellerinnen und Darsteller nun auf die spätere Zeit der Herrschaft Greifenstein im Echaztal: auf die Zerstörung der Echaztalburgen 1312 und den Verkauf der Burg Greifenstein an die Grafen von Württemberg um die Jahrhundertmitte. Mit diesem Sprung ins 14. Jahrhundert verändert sich auch das Bild der Ritter selbst: Statt Kettenhemd und leichterer Ausstattung sind nun eindrucksvolle Plattenrüstungen zu bestaunen, begleitet von Vorführungen zur Fechtkunst des Spätmittelalters.
Wer schon im Sommer von der Detailtreue der Darstellung beeindruckt war, darf sich auch diesmal auf ein authentisches Bild des mittelalterlichen Alltags freuen: Handwerk und Lagerleben, Mörtelmischer und Tüncher, mittelalterliche Münzprägung sowie eine Modenschau mit Textil und Kosmetik. In der Sakristei der Johanneskirche gewährt eine Schreibstube Einblicke in die Schriftlichkeit des Mittelalters. Für die jüngsten Gäste wird das Live-Hörspiel „Die Sage vom Greifensteiner Ritter“, musikalisch untermalt, zum besonderen Highlight – ergänzt durch Filmvorführungen und Mitmachaktionen.
Öffnungszeiten des Living-History-Lagers:
Samstag, 11–18 Uhr, und Sonntag, 12–16 Uhr
Johanneskirche, Rathausplatz 3, 72805 Lichtenstein
